Eindrucksvolle Portraits lassen sich viel leichter zaubern, als man oft glaubt. Du brauchst keine mega Blitzanlage dafür, keine 50 Leute am Set und schon gar nicht die teuerste Kamera. Alles was du brauchst ist ein bisschen Fantasie und Kreativität. Mit diesen beiden Zutaten hast du im Grunde schon alles beisammen, was für wirklich geile Portraits so notwendig ist.

Dieser Beitrag soll einfach mal deine Fantasie ein bisschen anregen, dich auf Ideen bringen und dir helfen selbst coole Portrait-Konzepte zu entwickeln.

Darf's a bisserl Farbe sein?


Mein erster Tip: FARBEN. Tob dich aus - oder lass das deine Visa machen. Ich find's jedes mal wieder faszinierend, was mit Farbe, Pinsel und Fantasie so alles möglich ist. Es muss nicht das ganze Gesicht/Model vollgepinselt sein, ein kleines bisschen Bunt reicht oft schon aus, und du kriegst hammer Ergebnisse. Und wenn du keinen Pinsel zur Hand hast, nimm Klopapier oder Küchenrolle, knüll's zusammen und auch alles gut ;)

Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob es die 5 € billige Faschingsfarbe aus dem Laden ums Eck ist oder das teuerste vom Teuren vom Make-Up Fachhandel. Es muss ja so gesehen nicht mal zwingend Farbe sein, einfach was Buntes. ABER ACHTUNG! - zumindest hautverträglich und ungiftig sollte das Zeug schon sein, das du deinem Model ins Gesicht pappst - Model kaputt machen sollte jetzt nicht unbedingt auf deiner To-Do Liste fürs Shooten stehen.

Aber solangs für die Haut und das Gesicht des Models ok ist - Nimm Farbe, nimm Ruß, nimm Erde, Dreck usw. ... Mach dein Model bunt (und dreckig) und schau, was alles möglich ist.

Zauberwort Zweckentfremdung


Ich wette mit dir, auch in deiner Wohnung finden sich unzählige Dinge, die du mal auf die Schnelle zweckentfremden kannst. 

Kein Schal? Kein Problem - Nimm eine Rolle Polsterfolie. Dir fehlt ein cooles Outfit? Nimm Vorhänge, Stoffreste oder dergleichen. Verpack dein Model mit Packpapier, bau aus Umzugskartons oder großen Spiegeln kleine Mini-Sets ... Man kann so ziemlich ALLES zuhause in seine Fotos kreativ einbauen - versprochen. Und wenns die Nachttischlampe der Eltern für coole Lichteffekte ist ... gib sie halt im Ganzen wieder zurück, dann is' es ok. 

Ich werde sicher mal wieder einen Beitrag zu diesem Thema verfassen - und es kommt auch ein Workshop dazu. Bis dahin hoff ich mal, dass dir diese 2 Ansätze schon weiterhelfen in deiner Kreativität und du wieder neue Ideen für deine kommenden Shootings findest. Aber mit ein bisschen Fantasie sollten dir hier schon keine Grenzen mehr gesetzt sein.

Recyclen für den Mehrwert - mein Geheimtipp


Aber einen hab ich noch für dich: RECYCLEN! Mal Hand aufs Herz und ehrlich: wie viel Zeug schmeißt du selber einfach gedankenlos weg? Was landet einfach so in Restmüll, Plastik oder Altpapier? Die Idee, mal mit Mehrwert für meine Fotografie zu "recyclen" kam mir selber, als ich vor einer voll gefüllten IKEA-Tasche Plastik-Flaschen stand. Konnte ja jetzt nicht nur zum Entsorgen sein -  und ja, der Weg zum Plastikmüll in Wien ist auch nicht immer der kürzeste, und manchmal bist halt faul. 

Jedenfalls hab ich mich dann dazu entschlossen - ich bau mir Lichtformer draus. Und es hat funktioniert. Wie und was ich da genau gemacht hab? Das zeig ich dir bald im Workshop "Low Budget - High Impact". Aber vielleicht kommst du selber ja auch auf ein paar coole Ideen, die manche Dinge vor dem Müll retten und deine Kreativität beflügeln.